Haben Sie schon mal was von Basel 2 gehört? Wenn Ja, dann haben Sie diesen Begriff bestimmt schon mal im Zusammenhang mit der Ablehnung eines Kreditwunsches gehört.
Unter Basel 2 versteht man die 2006 in Kraft getretenen Richtlinien für die Kreditvergabe.
Aufgestellt wurden die Richtlinien von der Basler Bankenaufsicht um das Kreditausfallrisiko für die Banken zu senken. Als einer der wesentliche Neuerung wurde ein Rating eingeführt.
Ein gewichtiger Faktor in dem Rating stellte das Eigenkapital dar. Je mehr Eigenkapital man besitzt, desto mehr Kredit und niedrigere Zinsen gibt es.
Nun mag der Laie sich fragen warum braucht jemand der über genug Eigenkapital verfügt, sprich liquide, ist noch einen Kredit?
Aber das sei nun einmal dahin gestellt. Die Tatsache ist doch das die Banken nun einen wunderbaren Vorwand hatten jede Menge von Kreditanfragen abzuschmettern.
Das diese neuen Richtlinien so Ihre Tücken haben
erkannten auch frühzeitig einige von der Bauindustrie gesponserte Baden Würtembergische Landtagsabgeordnete. Genutzt hat es wenig.
Im Jahre 2006 trat sie in Kraft. Nur zwei Jahre später 2008 sehen wir alle großen europäischen Finanzinstitute, allen voran die große UBS AG (
14,4 Milliarden Euro Abschreibungen allein im 3. und 4. Quartal 2007) im Strudel der US-Immobilienkrise.
Diese hat ihren Ursprung in einer zu laschen Kreditvergabe (
man benötigte keine Einkommensnachweise) und einer immensen Belastung der Häuser mit Hypotheken. In den USA war es üblich geworden sein Haus gleich mehrfach zu belasten und aufgrund von stetig steigenden Immobilienpreisen ging es auch eine Zeitlang gut.
Als die Preise für Immobilien aber plötzlich stagnierten und mancherorts sogar fielen, nahm die Krise ihren Anfang.
Aber Getreu dem Motto: Nur weil es so aussieht und so riecht muss es immer noch keine Scheiße sein.
Schnürte man aus Millionen von diesen Forderungen gigantische Pakete zusammen und verkaufte sie unter dem tollen Namen Subprime-Kredite weiter an andere (
dumme Banken) und internationale Hedgefonds.
Der Name Subprime ist dabei Programm und besagt das die Kreditnehmer nur mangelnde und in einigen Fällen sogar gar keine Bonität besitzen. Das weiß man aber nicht, da keine Prüfung der Einkommensverhältnisse bei Kreditvergabe stattfand.
Die Aufgabe eines Hedgefonds ist es nun zu versuchen aus Forderungen Geld zu machen und wie macht man das am Besten in diesem Fall? Richtig wir setzen die Daumenschrauben ein:
Neue Bonitätsprüfungen werden angesetzt.
Höher Zinsen und Raten werden vom Kreditnehmer verlangt.
Kann der Kreditnehmer nicht zahlen folgt die Zwangsversteigerung.
Resultat: Die Zahl der Zwangsversteigerungen stieg im Jahr 2007 auf 2,2 Millionen an – 75 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Durch das Überangebot sanken weiter die Preise für Immobilien und die Krise wurde weiter angefacht.
Infolge dieser Abwärtsspirale bereitete sich die Krise auch auf die europäischen und asiatischen Finanzmärkte aus.
Einer der Banken mit dem größten Verlusten ist ironischer Weise die UBS AG. Sie ging einst (1998) aus der Fusion der UBS Schweizerischen Bankgesellschaft (Zürich) und dem Schweizerischen Bankenverein (Basel) hervor.
Und wenn der geneigte Schelm dann Basel liest könnte er schon in die Versuchung kommen zu Fragen: Wo die Basler Bankenaufsicht da wohl war? Gibt es Richtlinien für die Kreditvergabe nur diesseits des Atlantiks?
Bleibt festzustellen: Der amerikanische Standard-Konsument ist ohne Einkommen kreditwürdiger, als ein europäischer Mittelständler mit geringer Eigenkapitaldecke!
In diesem Sinne: Willkommen in Absurdistan, wo hirnlos regiert und planlos agiert wird!