Diplomatie ist die kunstvolle Verwendung geistreicher Worte und gehaltvoller Gesten für die Durchsetzung klarer Ziele.
Manchmal ist Diplomatie aber auch die bloße Freisetzung warmer Luft und eine netter Fototermin für die Pressemeute. So auch im Fall der Geberkonferenz für den Gazastreifen im ägyptischen Scharm el Scheich.
Da treffen sich die Delegationen aus über 70 Staaten unter der Teilnahme der EU, der Vereinten Nationen, der Arabischen Liga, um finanzielle Hilfen in Höhe von insgesamt 5,2 Milliarden Dollar für den geschundenen Gazastreifen zu beschließen und was dann?
Israel wurde von den ägyptischen Gastgebern gar nicht erst eingeladen und die Hamas durfte an der Veranstaltung auch nicht teilnehmen. Damit sind beide Konfliktparteien nicht an den Verhandlungen beteiligt.
Nun gut ist ja auch nur eine Geberkonferenz und keine Friedenskonferenz.
Aber wie stellen sich die Geber die Hilfen vor? Ohne Israel, das immer noch die Grenzen des Gazastreifens geschlossen hält und somit koordinierte Hilfsleistungen unmöglich macht, wird eine wie auch immer geartete Hilfe nicht im Gazastreifen ankommen.
Die Hamas, die einhellig von allen Hilfeleistungen ausgenommen werden soll, ist aber de facto immer noch die vorherrschende Kraft im Gazastreifen, was passiert also mit den Hilfen im Gazastreifen, wenn sie den erst mal ankommen?
Das die Hilfe dringend notwendig ist darin besteht kein Zweifel. Die Frage ist aber, ob hier die richtigen Verhandlungspartner an den Tischen saßen?
Israel hält die Grenzen geschlossen, weil sie die Öffnung an die Freilassung des gefangenen Soldaten Gilat Shalit, knüpfen.
Die Hamas oder auch andere radikale Palästinenserorganisationen feuern indes weiter Raketen auf Israel und legitimieren diese wiederum mit der nicht erfolgten Grenzöffnung.
Im Grunde genommen eigentlich dieselbe Situation wie vor dem Gazakonflikt.
Zumal der noch amtierende israelische Premierminister Olmert den noch amtierenden Verteidigungsminister Barak angewiesen hat,
neue militärische Pläne für eine „...schmerzvolle, starke (...) und unmissverständliche Antwort...“ auf den anhaltenden Raketenbeschuss zu entwickeln.
Natürlich wären Diplomaten nicht Diplomaten, wenn sie nicht gut unterrichtet wären über die möglichen zukünftigen Entwicklungen. Darum wurden mit 5,2 Milliarden Dollar auch fast das doppelte an Finanzmitteln bewilligt,
als die palästiensischen Autonomiebehörde selbst überhaupt als Bedarf genannt hatten.
In Erwartung künftiger Militäraktionen und frei nach dem Motto:
"Nehmts mal, wer weiß wofür ihr es noch brauchen werdet"
Wie schön das doch die gesamte Welt ein Dorf ist und es mitten in Absurdistan liegt.