Deutschland rühmt sich international gerne seines Kampfes gegen das Doping im Leistungssport und verhöhnt im eigenem Land alle Richtlinien bei der Kontrolle. Dabei gelten nicht einmal die selbst auferlegten Regeln.
Kleines Beispiel aus unserem schönen Absurdistan gefällig?
Die Standardforderungen der Nationalen Antidoping Agentur NADA sehen unter Punkt 3.2.2. vor: "das das Kontrollpersonal in keinem Interessenskonflikt zum Ergebnis der Proben stehen darf.".
Nun die Realität in Deutschland:
Zwei Spieler des TSG Hoffenheim (das ist dieser kleinen Verein der die 1. Bundesliga aufmischt) haben sich erst mit einer Verspätung von zehn Minuten und nach einem unbeaufsichtigten Aufenthalt in der Umkleidekabine zum Dopingtest eingefunden.
Obwohl die DFB Anti-Doping Kommission einen klaren Verstoß gegen ihre eigenen eindeutigen Anti-Doping-Regeln erkannt haben will, werden beide Profis nicht bestraft sondern nur der zuständige Kontrollarzt, sein Assistent und der Drogenbeauftragte äh, sorry ich meine natürlich den Dopingbeauftragten des Klubs Peter Geigl.
(Muss es eigentlich nicht Anti-Dopingbeauftragter heißen oder ist er für das Doping im Klub zuständig?)
Herr Geigl habe es versäumt, die Spieler unmittelbar nach dem Spiel über die anstehenden Dopingkontrolle zu unterrichten und der Kontrollarzt und sein Assistent haben es versäumt, die beiden Spieler lückenlos zu überwachen (sie haben im Kontrollraum auf die Spieler gewartet und Skat gespielt!).
Genau dasselbe würde man aber auch sagen, wenn die beiden Spieler gedopt wären und sich kurz in der Kabine Mittel eingeflößt hätten, die Dopingmittel nicht mehr nachweisbar machen.
Witzigerweise kontrollierten bis dato der Mannschaftsarzt von Hoffenheim und sein Assistent die eigenen Vereinsspieler. Wenn hier mal kein Interessenkonflikt zwischen Kontrolleur und Probenergebnis entsteht.
Nach dem gedopten* Eishockey-Profi Florian Busch, der im März 2008 erst mal einen Dopingtest verweigerte und irgendwann (nach gut dünken) ihn nachholte, aber nicht gesperrt wurde, hat unsere kleine Bananenrepublik also schon wieder einen nicht geahndeten Verstoß der die ganzen Doping-Kontrollen weiter ad absurdum führt.
Ich meine wo gibt es den noch so was? In China oder bei der Tour de France vielleicht?
Besonders stört mich die Äußerungen des Trainers von Hoffenheim, der die gesamte Angelegenheit lapidar damit abtut: "das passiert öfter und ist völlig normal".
Klar ist es normal, das Spieler nicht direkt nach dem Spiel in die Kabine kommen oder Menschen auch nicht sofort auf Kommando pinkeln können. Aber im Sinn einer rigiden Antidopingpolitik muss man den Athleten oder Sportler bis zur Abgabe der Kontrolle beaufsichtigen. Und bitte nicht durch die Vereinskameraden!
Wo bleibt ansonsten der Sinn einer Kontrolle, wenn ich mich der Kontrolle entziehe? Oder noch besser, mich der Vereinsarzt kontrolliert?
* Nach den Statuten der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) gilt ein abgelehnter oder verweigerter Dopingtest als positiv! Nur weil Herr Busch die Athletenvereinbarung aber nicht unterschrieben hatte, wohl aus gutem Grund, fehlte dem Deutschen Eishockey Bund eine Rechtgrundlage für Sanktionen. (Das ich nicht lache!)